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vollkeramische/ metallfreie Lösungen

Hundert Jahre nach Patentierung der Mineralmantelkrone 1889 haben sich (seit Ende der 1980er Jahre) die Versorgungsmöglichkeiten mit metallfreiem Zahnersatz rasant vervielfältigt. Heute ist das Angebot fast unüberschaubar...aber es gibt Grenzen. Die Vollkeramik ist ein Kerngebiet der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik.

Insbesondere die Einführung von computergestützter Bearbeitung (CAD/CAM) ermöglichte es hochfeste Keramiken (sog. Oxidkeramiken) präzise zu bearbeiten. Daneben führten Fortschritte der Klebetechnik (Adhäsive) dazu, dass auch spröde Keramiken (sog. Silikatkeramiken) den hohen Belastungen im Mund langfristig Stand halten können.

An unserer Poliklinik behandeln wir seit Anfang der neunziger Jahre unter kontrollierten Bedingungen (klinische Anwendungsbeobachtungen und klinische Studien) stets mit den neusten Entwicklungen im Bereich der Vollkeramik. Unser hauseigenes zahntechnisches Labor bietet dabei die volle Bandbreite an Technologien (3D, CEREC, CAD/CAM) und Materialien, um Zähne mittels Brücken oder verlorene Zahnhartsubstanz mittels Kronen, Teilkronen und Inlays zu ersetzen.

Entscheidend für langfristig haltbare, ästhetisch und funktionell einwandfreie Versorgungen sind eine sorgfältige Auswahl der im individuellen Fall passenden Materialien, die gemeinsame Umsetzung von Zahnarzt und Zahntechniker, deren Einsetzen und letztlich die sorgfältige Nachsorge.

Vollkeramische Restaurationen bieten durch ihre ästhetischen Eigenschaften vielfältige minimalinvasive Lösungen zum Ersatz von Zähnen und Zahnhartsubstanz (z.B. Veneers).

Silikat und Hybridkeramiken

Diese Materialklasse eignet sich vornehmlich für einzelne Zähne (Restaurationen).
Silikatkeramiken überzeugen durch ihre ästhetischen Eigenschaften, inbesondere die dem Zahnschmelz ähnliche Transluzens, Transparenz und farbliche Brillianz. Sie sind allerdings von der Festigkeit den "Oxidkeramiken" unterlegen. Eine Klebung (ädhäsive Befestigung) kann deren Festigkeit allerdings steigern. Die höchsten Festigkeiten erzielen gepresste oder computer-gestützt gefräste Lithum-Disilikat-Keramiken (LDS) oder Zirkonverstärkte Lithiumsilikat-Keramiken (ZLS).

Silikatkeramiken werden in der Regel auch verwendet um Gerüste von Brücken oder metallischen Restaurationen/Brücken zu verblenden.

Hybridkeramiken wurden 2014 eingeführt. Mit ihren "weicheren" Eigenschaften und ähnlich hoher Festigkeit ermöglichen sie ein zahnähnliches Kaugefühl. Diese keramisch infiltrierte Kunststoffgitter werden computergestützt gefräst (mit dem CEREC System) und können allerdings nur "kalt" bemalt werden. Ihre Ästhetik ist dadurch gegenüber den "klassischen" Silikatkeramiken reduziert.

Oxidkeramiken

Oxidkeramiken basieren heutzutage auf Zirkonoxid (bekannt von Formel-1 Bremsen). Zur Steigerung der Festigkeit wurde dieses in den letzten Jahren durch Kombination mit Yttrium oder Cerium kombiniert. Die Festigkeit liegt ca. 2-3 mal höher als die der Silikatkeramiken. Allerdings sind die meißten dieser Werkstoffe eher kreidig weiß oder eierschalenfarben sowie sehr opak. Daher müssen diese für hohe ästhetische Ansprüche zusätzlich mit Silikatkeramiken verblendet werden. Allerdings bieten diese Werkstoffe die Möglichkeit daraus auch Brücken zum Zahnersatz herzustellen. Auch bedarf es keiner Klebung, sondern die Anwendung herkömmlicher Zemente vereinfacht den klinischen Einsatz.


Mehr Informationen / Kontakt

Wenn Sie weitere Fragen zu Vollkeramischen Versorgungen haben, ist das Team der Tübinger Studiengruppe "Vollkeramik" gern für Sie da. Schreiben Sie uns: vollkeramik@med.uni-tuebingen.de

Weiterführende Informationen finden Sie hier:

AG Keramik

YouTube Channel der AG Keramik